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Hildesheim von Oben im Sonnenuntergang

Corona-Virus in Hildesheim – eine Chance?

In der Krise liegt eine Chance. Diesen Satz liest man jetzt immer häufiger in Verbindung mit dem Coronavirus. Am leichtesten geht er denen über die Lippen, deren Existenz im Moment nicht auf dem Spiel steht. Für Selbstständige, Gastronomen und kleinere Unternehmen ist diese Krise vordergründig eben genau das: eine Krise.

Auch Hildesheim ist keine Ausnahme. Die Stadt scheint stillzustehen. Doch wie ist der Umgang mit der Situation? Was machen all diejenigen, deren Lebensgrundlage von vollen Tischen oder Geschäften abhängt? Sie reagieren. Sie machen das Beste aus der Krise. Ein normaler Restaurantbetrieb ist nicht mehr möglich und das hat weitreichende Folgen. Gaststätten, die vorher nur mit Laufkundschaft gearbeitet haben, satteln jetzt schnellstmöglich auf einen Liefer- oder Abholservice um. Die Öffnungszeiten werden angepasst. Man macht sich mit Lieferando vertraut. Die Hildesheimer Allgemeine Zeitung führt eine Liste, welche Restaurants in der Stadt und im Landkreis jetzt Lieferdienste anbieten und wie man sie erreichen kann.

Diese Liste wird laufend aktualisiert und erweitert, Restaurants können sich melden, wenn sie dort aufgenommen werden möchten. Auch das Restaurant „La Gondola“ ist auf einen Lieferservice umgestiegen. Doch da ist noch mehr. Das Restaurant hat sich für einen Lieferdienst mit der Weinbar „Cooks & Wines“ zusammengetan. Zwei Hauptgerichte, dazu eine Flasche Wein. Teamwork kann so einfach sein.

Der Lieferant für Lebensmittel- und Küchenzubehör „Transgourmet“ hat einen seiner Sitze in Hildesheim und beliefert normalerweise Gastronomie und Großküchen. Das Unternehmen ist auf den Fortbestand seiner Kunden angewiesen und möchte Restaurants bei der Umstellung auf ein Take-away-System helfen: Für ein halbes Jahr wird Neu- und Bestandskunden deswegen das Bestellsystem „gastronovi" kostenlos zur Verfügung gestellt. Eine Einführung in das System gibt es in passenden Webinaren direkt mit dazu.

Und wir werden das Beste daraus machen. Gemeinsam.

Doch nicht nur die Lebensmittelindustrie in Hildesheim wird kreativ. In Zeiten der Digitalisierung, in denen Geschäfte und Kaufhäuser sich bereits gegen Onlineshops behaupten, macht eine Ausgangssperre diesen Überlebenskampf nicht gerade einfacher. Der Concept-Store „Lili’s Fashion“ führt deswegen, neben einem Onlineshop, eine Personal-Shopping-Option ein, die man so ähnlich schon von Zalando und Outfittery kennt: Nach einer Absprache per E-Mail, Telefon oder FaceTime wird ein Paket mit Kleidung kostenlos verschickt, das individuell auf den Geschmack des Kunden abgestimmt ist.

Hildesheim gibt sich Mühe und versucht, flexibel zu sein. Die HAZ berichtet unter anderem über den Sportgerätehersteller „HELO Sports“, der jetzt statt Sportgeräte Plexiglaswände produziert, die als Spritzschutz an Orten dienen, die trotz Corona geöffnet bleiben müssen, wie Arztpraxen oder Supermärkte. Immer mehr Restaurants, Geschäfte und Friseure stellen online Gutscheine zur Verfügung, die man sich jetzt kaufen und nach der Corona-Krise einlösen kann.

Es sind schwierige Zeiten für die Wirtschaft, so viel ist klar. Aber wenn man genau hinschaut, kann man sie tatsächlich entdecken, die Chance. Eine Chance auf Solidarität. Eine Chance auf Hilfsbereitschaft, weil man selbst vielleicht besser dasteht als sein Gegenüber. Eine Chance für Ideen, die jetzt wachsen und gedeihen können, weil es keinen Raum mehr gibt für Bequemlichkeit und Traditionen. Ideen, die es vielleicht vorher nie gegeben hätte und die jetzt das Potenzial haben, eine neue Tür zu öffnen. Auch Hildesheim sieht diese Chance – die Chance, zu wachsen und nicht aufzugeben in dieser Krise. Und wir werden das Beste daraus machen. Gemeinsam.

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